Nachdem die Regierung von Burkina Faso mittlerweile nicht mehr nur ausschließlich Grundschulen unterstĂŒtzt, soll die weiterfĂŒhrende Schule in Gando den SchĂŒlern Zugang zu Wei­terbildung eröffnen und nachhaltig die Bildungs- und Ausbildungschancen der Kinder verbessern. Das Projekt ist seit 2010 in Planung und wird das Bildungskonzept in Gando komplettieren, da die SchĂŒler direkt nach der Grundschule weiter gefördert werden.

Die Schulanlage wird aus 12 Klassen­rĂ€umen mit Aula, einer Bibliothek, einem Ver­waltungsgebĂ€ude und verschiedenen SportplĂ€tzen bestehen. 1000 SchĂŒler können in die weiterfĂŒhrenden Klassen aufge­nommen werden.

Die bauliche Struktur der Schule ist inspiriert von den lĂ€ndlichen, traditionellen Gehöften in Burkina Faso: Die Klassenzimmer, wie im Kreis angeordnete Gehöfte, bilden einen schĂŒtzenden Ring, der den staubigen und heißen Wind aus dem Osten abwehrt. Die Struktur öffnet sich zur Westseite, damit sie die von dort kommende frische Briesen aufnehmen kann.

Die extrem heißen Wetterbedingungen in der Sahelzone erschweren das Lernen in GebĂ€uden ohne Klimaanlage enorm. Deshalb ist auch hier ein innovatives Klimasystem mit einer natĂŒrlichen LĂŒftung so wichtig: KostengĂŒnstige Erdröhren werden unter den GebĂ€uden verlegt und transportieren die durch gesammeltes Regenwasser gekĂŒhlte Luft von außen in die RĂ€ume. Diese gelangt durch Löcher in den Fußböden in die GebĂ€ude und bewirkt einen angenehmen Luftzug. Die warme Innenraumluft steigt nach oben und entweicht durch Öffnungen in der Decke. Diese natĂŒrliche LĂŒftung schafft ein angenehmes Raumklima mit einem Minimum an Wartungskosten.

Aufgrund der massiven Abholzung in der Region, wird eine weitlĂ€ufige Aus­breitung der WĂŒste befĂŒrchtet. Um die Austrocknung des Bodens zu verhindern, wird die Landschaft um die SchulgebĂ€ude mit BĂ€umen bepflanzt, die mit gesammeltem Regenwas­ser bewĂ€ssert werden. Die Aufforstung schafft schattige Orte fĂŒr Freizeit und Erholung nach und wĂ€hrende dem Unterricht.

Auch bei diesem Projekt ist die Beteiligung der Dorfbewohner am Bauprozess sowie die WissensĂŒbertragung von geĂŒbten Bauhandwerkern auf junge Arbeiter ein wichtiger Schwerpunkt. Das Projekt motiviert die Einheimischen die Entwicklung ihrer Gemeinde selbst in die Hand zu nehmen, und mit eigener Kraft und ohne Hilfe von außen nachhaltige Strukturen fĂŒr ihre eigene Zukunft zu schaffen. Mit Hilfe moderner Konstruktionen, Materialien und Methoden werden traditionelle Techniken aufgewertet und weiterentwickelt.