Bald nach der Er√∂ffnung der im Jahr 2001 errichteten Grundschule reichte ihre Kapazit√§t nicht mehr aus. Die kleine Schule mit den drei Klassenr√§umen war dem Ansturm der Sch√ľler nicht gewachsen. Obwohl das Geb√§ude f√ľr 120 Sch√ľler konzipiert wurde, gingen bis 2007 rund 300 Sch√ľler aus Gando und Umgebung dort zur Schule. Diese Tatsache und die in Burkina Faso existierende Norm, dass eine Grundschule √ľber mindestens sechs Klassenr√§ume verf√ľgen muss, f√ľhrten im November 2005 zum Bau eines zus√§tzlichen Geb√§udekomplexes. So wurden weitere 4 Klassenzimmer, ein Fu√üballplatz, eine Schulk√ľche und eine Bibliothek geplant. Mittlerweile werden dort 500 Kinder unterrichtet.

Auch bei der Schulerweiterung richten sich die Entwurfsprinzipien nach den klimatisch extremen Bedingungen des Landes und den geringen zur Verf√ľgung stehenden Mitteln. Der Einsatz von lokalen Ressourcen und die Beteiligung der Dorfgemeinschaft am Bau machen auch dieses Projekt nachhaltig. Die in Deutschland erlernten Techniken wurden vereinfacht und mit traditioneller Bauweise verkn√ľpft:

Ein Jahr lang brachten die Kinder von Gando jeden Morgen einen Stein zum Bauplatz. Daraus entstand das Funda¬≠ment f√ľr das neue Schulhaus. Wie bei der ersten Grundschule sch√ľtzt auch hier das gro√üe auskragende Wellblechdach der Schule die Lehmw√§nde vor Regen und f√§ngt die direkte Sonneneinstrahlung ab. Die darunterliegenden Klassenr√§ume werden so vor √úberhitzung gesch√ľtzt. Durch √Ėffnungen in der darunter liegenden Lehmdecke kann die erw√§rmte Luft aus den Klassenr√§umen entweichen und durch den Zwischenraum der beiden D√§cher abstr√∂men. Physikalisch wirkt das doppelte Dach wie ein Kamin und die Frischluft str√∂mt durch die Lamellenfenster in die R√§ume nach. Anstatt einer Flachdecke wie beim ersten Schulgeb√§ude, wurde beim Schulerweiterungsbau eine Tonnenkonstruktion errichtet. Die Fu√üb√∂den der Innenr√§ume sind aus Stampflehm.

Von der p√§dagogischen Seite aus betrachtet hat das klimatische Konzept eine positive Einwirkung auf die Qualit√§t des Unterrichts und des Lernens. Das angenehme Klima in den Klassenr√§umen hat zur Folge, dass die Sch√ľler bereits heute zu den Besten der Region geh√∂ren.