Francis Kéré

Diébédo Francis Kéré wurde 1965 in Gando geboren. Er war das erste Kind aus dem Dorf, das eine Schule besuchen durfte. Sein Vater, der Häuptling von Gando, wollte, dass sein ältester Sohn für ihn Briefe lesen und übersetzen kann. Da es in Gando keine Schule gab, musste Francis seine Familie mit sieben Jahren verlassen und zu einem Onkel in die Stadt ziehen. Nach der Schule wurde er Schreiner und erhielt 1985 ein Stipendium der Carl Duisberg Gesellschaft für eine Ausbildung zum Entwicklungshelfer in Deutschland. Nach dieser Ausbildung holte er das Abitur nach und schrieb sich 1995 für ein Architekturstudium an der Technischen Universität in Berlin ein.

2004 schloss er sein Studium ab, baute als Diplomprojekt die erste Grundschule in Gando und eröffnete in Berlin ein eigenes Architekturbüro. Außerdem gründete er gemeinsam mit Freunden den Verein „Schulbausteine für Gando e.V.“, mit dem Ziel sein in Europa erworbenes Wissen für sein Heimatdorf in Afrika einzusetzen.

Für Francis Kéré war klar, dass sich das eigene Dorf im Hinblick aufs Überleben weiterentwickeln muss. Dazu ist Bildung unabdingbar und sollte als modernes Element in die Traditionen des Dorfes integriert werden. So war für ihn Architektur von Anfang an ein soziales Mittel und lies ihn soziokulturelle Aspekte als Grundlage seiner Arbeit nutzen.